Parkett reparieren

Die moderne Architektur setzt Bodenbeläge als Kunstwerke im Raum ein. Mit der Wahl von Holz, Keramik, Stein, Vinyl und so fort wird die Ästhetik eines Raumes geprägt. Doch zumindest die Bauherrschaft ist gut beraten, die Funktionalität der einzelnen Beläge zu beleuchten. Gerade bei der Reparatur- und Renovierbarkeit schliessen manche Beläge schlecht ab. Oxydativ geöltes Parkett bildet dabei die löbliche Ausnahme.

Materialeigenschaften, Farbton, Struktur, Format sowie Beständigkeit und Pflegeintensität bilden meist die Grundlagen für die Wahl eines Bodenbelages. Der Blick sollte jedoch noch etwas weiter in die Zukunft gerichtet werden: Kann ich den Boden parziell reparieren, wenn ein Missgeschick passiert ist? Oder kann ich den Boden gar vollflächig renovieren, so dass ich ihm eine frische Erscheinung geben kann, ohne ihn heraus reissen und ersetzen zu müssen? Viele Beläge scheitern an einer der beiden Hürden. Selbst Parkett kann nur mit der richtigen Oberflächenbehandlung beide Punkte erfüllen.

Oxydativ geöltes Parkett
Holz ist nebst Stein der wichtigste Baustoff in der Menschheitsgeschichte. Holz überzeugt sowohl in statischer, als auch in wohnklimatischer Hinsicht auf der ganzen Linie. Wird Holz in Form von Parkett auf Böden verbaut, ergeben sich daraus zahlreiche Vorteile aufgrund der natürlichen Eigenschaften. Wird Holz nicht mit einem Lack oder UV-gehärteten Öl hermetisch abgeriegelt, kann es denn auch parziell repariert werden. Wenn Parkett mit einem an der Luft getrockneten Öl (oxydativ) geschützt ist, nimmt es jeweils soviel Öl auf, bis die Holzporen gesättigt sind. Bei einer Reparatur kann die betroffene Stelle nun ausgeschliffen und anschliessend gereinigt und geölt werden, ohne dass die Unterschiede von «bestehend» zu «repariert» markant hervortreten. Eine temporäre Farbabweichung nach frischer Reparatur ist auf den Einfluss der UV-Strahlung der Sonne zurückzuführen, welche sich nach einigen Wochen jedoch wieder ausgleicht. Zudem kann Parkett auch ganzflächig mit einem Vollschliff und neuer Oberflächenbehandlung renoviert werden.


Stellenweise Reparatur
Die häufigsten Reparaturen bei Parkett sind Dellen, die durch heruntergefallene Gegenstände entstanden sind, sowie Längsrisse des Holzes. Die betroffenen Stellen müssen ausgeschnitten, respektive ausgeschliffen und danach gereinigt werden. Anschliessend wird die betroffene Stelle ausgespachtelt. Viele Heimwerkerzentren bieten dafür Parkett-Reparaturkitts an, welche meist eine Sammlung verschiedenfarbiger Wachse enthalten. Die Verwendung eines Holzwachses im Farbton der Parkettoberfläche ist für den Laien geeignet. Graf Parkett, die Reparatur-Profis von Parkett, empfehlen hingegen eine andere Variante. Sie mischen Schleifstaub des Parkett-Edelholzes mit einer Bindemasse – im Heimbedarf kann auch einmal Weissleim verwendet werden – zu einer homogenen Masse und spachteln damit die betroffene Stelle aus. Mit der Verwendung eines selbst hergestellten Holzkitts ist sichergestellt, dass der Farbton der Reparaturmasse mit dem Parkett harmoniert. Überstehende Kitt-Masse wird nach der Trocknung mit einem feinkörnigen Schleifpapier in Richtung der Holzfasern entfernt. Zum Schluss wird die betroffene Stellt nachgeölt. Kleinere Dellen, können bei oxydativ geölter Oberfläche oft auch durch Benetzung mit Wasser ausgemerzt werden. Da das Parkett diffusionsoffen ist, dringt das Wasser ins Holz ein, es quillt und die Holzporen richten sich auf.

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